Wetterkunde beim Krantermin anwenden
Nutze dein SBF-Wissen, um Windstärken und Strömungen am Krantag richtig einzuschätzen. Ein Abdriftwinkel muss bei Seitenwind exakt einkalkuliert werden, um das Boot sicher in die Hebegurte zu manövrieren.
Wenn der Krantermin näher rückt, ist es an der Zeit, das theoretische Wissen aus deiner Sportbootführerschein-Prüfung in die Praxis umzusetzen. Besonders die Wetterkunde spielt an diesem Tag eine entscheidende Rolle. Der Kranmeister hat meist einen engen Zeitplan, und das Manöver in die Hebegurte muss im Idealfall auf Anhieb sitzen. Beobachte im Vorfeld genau die Wetterprognosen und achte auf die Windrichtung sowie die Windstärke am geplanten Krantag.
Wenn du dich beispielsweise in Küstengewässern oder den teils windigen Revieren für den Sportbootführerschein in Schleswig-Holstein aufhältst, wirst du wissen, wie schnell eine frische Brise dein Boot versetzen kann. Ein Seitenwind erfordert, dass du den Vorhaltewinkel beziehungsweise die Abdrift präzise einkalkulierst. Du lenkst also den Bug deines Bootes bewusst etwas gegen den Wind, um unter dem Strich genau geradeaus in die Box unter dem Kran zu fahren.
Auch Strömungen im Hafenbecken dürfen auf keinen Fall unterschätzt werden. Überprüfe die Strömungsverhältnisse vorab und passe deine Anfahrtsgeschwindigkeit entsprechend an. Du benötigst stets ausreichend Fahrt durchs Wasser, um manövrierfähig zu bleiben, darfst aber nicht zu schnell werden, um ein hartes Aufstoppen an der Kaimauer zu vermeiden. Nutze Festmacherleinen rechtzeitig als Manövrierhilfe: Lege eine Vor- oder Achterspring, um das Boot bei Seitenwind sicher an die Spundwand zu ziehen und dort zu halten, bis die Gurte richtig positioniert sind. Eine klare Kommunikation mit deiner Crew und dem Kranführer ist dabei unerlässlich, denn nur so gelingt der Übergang vom Wasser an Land reibungslos und ohne unschöne Schrammen am Rumpf.
Technische Vorbereitung: Frostschutz und Motorpflege
Spüle den Kühlkreislauf mit Süßwasser und fülle ihn anschließend mit Frostschutzmittel auf. Das SBF-Wissen zur Motorentechnik hilft dir, die Seeventile und den Impeller korrekt zu warten und vor Eisdruck zu schützen.
Sobald das Boot sicher an Land steht, beginnt die technische Einwinterung. Hier zahlt sich dein Wissen zur Motorentechnik direkt aus. Die größte Gefahr für Motoren und wasserführende Systeme im Winterlager ist der Frost. Wenn Wasser in den Leitungen gefriert, dehnt es sich aus und kann Schläuche, Seeventile und sogar den massiven Motorblock zum Platzen bringen.
Beginne damit, den inneren und äußeren Kühlkreislauf deines Motors gründlich mit Süßwasser zu spülen. Dadurch entfernst du Schmutz, Salz und Algen, die sich im Laufe der Saison abgesetzt haben. Anschließend muss das System mit einem geeigneten Frostschutzmittel aufgefüllt werden. Lass den Motor dafür aus einem Eimer mit Frostschutzgemisch ansaugen, bis die farbige Flüssigkeit hinten aus dem Auspuff austritt. So stellst du sicher, dass das Gemisch alle kritischen Bereiche durchflossen hat.
Widme dich danach dem Impeller der Kühlwasserpumpe. Im Winterlager kann das Gummi des Impellers verhärten, wenn er monatelang in der gleichen Position im Pumpengehäuse gequetscht wird. Baue ihn am besten aus, kontrolliere ihn auf Risse und lagere ihn leicht gefettet an einem trockenen Ort.
Auch die Seeventile bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, unabhängig davon, ob dein Boot in einem Revier wie dem für den Sportbootführerschein in Brandenburg oder in wärmeren Regionen an Land steht. Um sie vor Eisdruck zu schützen, sollten sie halb geöffnet beziehungsweise geschlossen werden, nachdem das Frostschutzmittel durchgelaufen ist. Bewege die Ventile mehrmals auf und zu, damit das Mittel auch den Kugelhahn oder den Schieber im Inneren vollständig umhüllt und sicher vor dem Einfrieren bewahrt.
Bordelektrik und Batterien im Winterlager
Klemme die Batterien ab und lagere sie an einem kühlen, trockenen Ort, um Tiefenentladungen zu vermeiden. Lade sie über den Winter regelmäßig nach, wie du es in der Theorie zur Bordelektrik gelernt hast.
Die elektrischen Anlagen an Bord sind empfindlich und reagieren auf Kälte und Feuchtigkeit oft mit massiven Leistungseinbußen oder Defekten. Wenn du dich an die Grundlagen der Bordelektrik aus der Theorie erinnerst, weißt du, dass Batterien eine gewisse Pflege benötigen, um über den Winter keinen dauerhaften Schaden zu nehmen. Die größte Bedrohung in den kalten Monaten ist die Tiefentladung, die die Blei- oder Gelzellen oft irreparabel zerstört.
Klemme daher alle Batterien – sowohl die Starterbatterie als auch die Versorgungsbatterien – ab. Entferne immer zuerst den Minuspol und erst danach den Pluspol, um gefährliche Kurzschlüsse mit dem Werkzeug zu vermeiden. Reinige die Pole anschließend gründlich von eventueller Korrosion und trage etwas Polfett auf, um sie für die nächste Saison zu konservieren.
Baue die Batterien aus und lagere sie an einem kühlen, aber frostsicheren und vor allem trockenen Ort im Haus oder in der Garage. Die Kälte im Freien oder im ungeschützten Bootsrumpf kann den Ladezustand drastisch reduzieren. Schließe sie über den Winter regelmäßig an ein intelligentes Ladegerät an. Ein solches Gerät verfügt idealerweise über eine Erhaltungsladungsfunktion, die den natürlichen Spannungsverlust schonend ausgleicht und die Zellen fit hält.
Zusätzlich solltest du auch die restliche Bordelektrik auf das Winterlager vorbereiten. Ziehe alle mobilen elektronischen Geräte wie Plotter, Funkgeräte oder Displays ab und nimm sie mit nach Hause. Sprühe die offenen Steckverbindungen am Steuerstand und unter Deck mit einem speziellen Kontaktspray ein, um Feuchtigkeit zu verdrängen und Korrosion in den feuchtkalten Wintermonaten vorzubeugen.
Rigg und Segel richtig einwintern
Schlage die Segel komplett ab, trockne sie gründlich und lagere sie faltenfrei an einem trockenen Ort. Entlaste das stehende Gut und überprüfe Wanten und Stage auf Haarrisse, um Mastbrüche in der nächsten Saison zu verhindern.
Für Segelboote ist der Krantermin auch der Zeitpunkt, an dem das Rigg und die Segel in die wohlverdiente Winterpause gehen. Ein sorgsamer Umgang mit diesen Komponenten verlängert ihre Lebensdauer erheblich und spart hohe Reparaturkosten. Schlage zunächst alle Segel komplett ab. Entferne Vorsegel, Großsegel und auch die Persenninge. Breite die Tücher an einem trockenen, sauberen Ort aus und spüle sie idealerweise mit lauwarmem Süßwasser ab, um aggressive Salzrückstände und Schmutz zu entfernen. Bevor du sie zusammenlegst, müssen sie vollständig durchgetrocknet sein – Restfeuchtigkeit führt schnell zu Stockflecken und Schimmel. Lagere die Segel anschließend möglichst faltenfrei, locker gerollt oder sorgsam zusammengelegt an einem trockenen, gut belüfteten Ort.
Danach widmest du dich dem Rigg. Egal ob der Mast für den Winter gelegt wird oder stehen bleibt, das stehende Gut muss entlastet werden. Löse die Spannung von Wanten und Stagen, um den Rumpf und den Mast während der monatelangen Lagerung an Land nicht unnötig unter Dauerzug zu setzen.
Nutze diese Gelegenheit direkt für eine sehr genaue Sichtprüfung. Fahre mit den Fingern oder einem feinen Tuch über die Wanten, Stagen, Wantenspanner und Terminals. Achte dabei auf gebrochene Kardeelen (einzelne Drähte im Drahtseil) oder Haarrisse in den Metallteilen. Ein defekter Wantenspanner oder ein beschädigtes Terminal kann in der nächsten Saison unter Belastung brechen und einen folgenschweren Mastbruch verursachen. Fette zudem alle Gewinde der Spanner ein, damit sie nicht festrotten und im Frühjahr beim erneuten Trimmen des Riggs reibungslos funktionieren. Nimm außerdem alle abnehmbaren Blöcke und Schoten von Deck, spüle sie ebenfalls in Süßwasser aus und verstaue sie trocken.
Unterwasserschiff reinigen und kontrollieren
Befreie das Unterwasserschiff direkt nach dem Kranen per Hochdruckreiniger von Bewuchs, solange es noch nass ist. Kontrolliere gleichzeitig die Opferanoden und tausche sie bei einem Verschleiß von mehr als fünfzig Prozent aus.
Sobald das Boot im Hebegurt hängt und aus dem Wasser gehoben wird, ist meist Eile geboten. Das Unterwasserschiff muss sofort gereinigt werden, solange es noch nass ist. Pocken, Algen und Muscheln, die sich während der Saison am Rumpf angesiedelt haben, lassen sich mit einem Hochdruckreiniger jetzt noch verhältnismäßig leicht abwaschen. Wartest du jedoch zu lange und der Bewuchs trocknet an der frischen Luft an, härtet er wie Beton aus. Dann lässt er sich oft nur noch mühsam mit Spachtel oder Schaber entfernen, was das Gelcoat oder die teuren Antifouling-Schichten stark beschädigen kann.
Wenn du diesen Teil der Arbeit in großen Wassersportzentren, wie man sie beispielsweise rund um den Sportbootführerschein in Hamburg und an der Elbe antrifft, erledigst, gibt es dafür meist spezielle Waschplätze. Diese sind mit Ölabscheidern ausgestattet, um die strengen Umweltvorschriften einzuhalten und das abgewaschene Antifouling aufzufangen.
Nachdem der Rumpf sauber ist, folgt eine gründliche Kontrolle. Suche das gesamte Unterwasserschiff nach Blasenbildung im Gelcoat ab, die auf Osmose hindeuten könnte, und überprüfe den Zustand des Antifoulings. Ein weiterer extrem wichtiger Punkt ist die Inspektion der Opferanoden. Diese unscheinbaren Metallblöcke aus Zink, Magnesium oder Aluminium schützen die hochwertigen Metallteile deines Bootes – wie den Propeller, die Welle und den Z-Antrieb – vor galvanischer Korrosion. Prüfe den Zustand der Anoden genau. Die Faustregel besagt: Wenn eine Opferanode zu mehr als fünfzig Prozent abgetragen beziehungsweise verschlissen ist, muss sie zwingend gegen eine neue ausgetauscht werden. Schraube die alten Anoden ab und reinige die Kontaktflächen am Rumpf oder Antrieb gründlich, damit die neuen Opferanoden im nächsten Frühjahr wieder optimalen elektrischen Kontakt haben.
Wenn du dein Wissen für die nächste Saison noch einmal auffrischen oder erweitern möchtest, findest du alle nötigen Lernmaterialien auf bootspruefung.app.



